Der Kampf mit den Göttern
Ober-Ansicht Es war ein harter Kampf. Doch es ist geschafft! Wir haben Kratos die Büchse der Pandora entrissen und dürfen nun endlich selbst Hand an das – an unser – Abenteuer legen. Viele dieser Pandoras gibt es noch nicht und daher gibt es für alle geduldigen Pandorianer, die noch etwas auf ihren Schatz warten müssen, einen kleinen aber feinen Test.

Ich habe lange überlegt wie genau ich diesen Test schreiben soll. Eher etwas kritischer oder doch lieber wie einer der größten Fans dieses Handhelds, der ich ja normalerweise bin. Doch ich habe mich für den ersten steinigeren Weg entschieden, den ich mit etwas Enthusiasmus und viel Herz, gegenüber der Pandora und der Community dahinter, pflastern werde.

Viele Leser dieses Blogs werden die Pandora schon kennen, für alle Anderen gibt es jetzt aber erst einmal eine kleine Einleitung, um euch diesen Handheld etwas näher bringen zu können.

Die Pandora wurde damals hauptsächlich für ein mobiles Amiga-Vergnügen entwickelt. Ein Amiga ist hierbei ein Heimcomputer der vor allem in den 80/90er Jahren beliebt und bekannt für seine Spieletauglichkeit war. Doch hinter der Pandora steckt kein großer Konzern wie Sony, Apple oder Nintendo, sondern ein kleines Team internationaler Community-Mitglieder der OpenSource Handheld Szene, die sich vor mehreren Jahren zusammen gerafft haben, um selbst solch einen Handheld zu entwickeln.
Der Plan; der perfekte OpenSource Handheld. Und um dieses Ziel zu erreichen wurde vor allem, zu Anfang des Projektes, von der ganzen Community Ideen und Wünsche angenommen und ausdiskutiert. Da die Community immer mitwirken können sollte, konnte der ganze Prozess bis zur Fertigstellung mitverfolgt werden. Nun ist die Pandora endlich da. Zwar noch nicht für alle Vorbesteller, aber der größte Schritt ist hiermit getan und das lange Warten hat bald sein Ende.

Die Pandora als Mini(-Spiele)-Computer

Tastatur Bei der Pandora handelt es sich im Endeffekt um einen Mini-Computer mit einer vollwertigen Linux-Distribution namens Ångström-Linux. Der vor allem mit seiner Spielsteuerung, wie den Dpads, den Shoulder-Buttons oder den X,Y,A,B-Buttons, glänzen kann.
Da die Pandora überwiegend zum Spielen entwickelt wurde, stellt sich natürlich die Frage, wie gut sich die Pandora bedienen lässt. Die Spielsteuerung ist gut durchdacht, sodass man an alle Komponenten gut dran kommt ohne sich verrenken zu müssen. Auch die Verarbeitung der Buttons ist sehr gut, sodass keine Kanten während des Spielens stören.
Die Pandora verfügt über 2 Sticks, die optimal für 3D-Spiele wie Quake oder sämtliche PlayStation Spiele sind. Zudem komplettiert ein weiteres Dpad, welches für 2D-Spiele gedacht ist, das Spielvergnügen. So darf man sich später auf ein optimales Spielvergnügen sämtlicher Klassiker in der Spielgeschichte freuen und hat somit ein gigantisch großes Spielangebot für Unterwegs.
Man sollte sich aber nicht nur auf die Emulation alter Konsolen und Computer konzentrieren. Denn vor allem in der OpenSource Welt, kann man echte Spielperlen finden. Hier wäre zum einen Giana’s Return, SuperTux, Cave Story und viele mehr.

Office-Tauglichkeit

Da die Pandora aber auch eine QWERTY-tastatur besitzt, kann auf dieser auch gearbeitet werden. Die Tastatur lässt sich nach einer kurzen Einarbeitungszeit super bedienen und kann für den Instant-Messenger oder auch für jegliche Office-Software prima genutzt werden. Wobei hier eher das Bearbeiten und Ausbessern von Texten im Vordergrund stehe sollte und nicht erstellen von Doktor-Arbeiten. Dies ist damit zu begründen, dass auf diesem Gerät, aufgrund des „kleinen“ Displays und der recht kleinen Tastatur kein effizientes Arbeiten möglich ist. Wer schon mal versucht hat, auf einem aktuellen Smartphone, ernsthaft zu arbeiten, weiß wovon ich spreche. Doch für kleine Skripte und Ähnliches reicht die Pandora allemal aus.

Das World Wide Web

Durch das integrierte WLAN, gibt es auch die Möglichkeit mal gemütlich auf dem Sofa oder im Bett nach den aktuellen Geschehnissen in der Welt zu sehen. Was auch recht gut funktioniert, wobei Youtube bei mir noch nicht funktioniert. Zur Zeit gibt es um zu surfen 2 Webbrowser. Zum einen den Midori, der typisch für ein Desktop-System ist. Dieser verfügt über keine Finger-Optimierte Bedienung, sondern ist normalerweise für die Bedienung mit der Maus konzipiert. Der Stylus ist hier also die erste Wahl um durchs Internet navigieren zu können. Als zweiten Browser, der für mobile Geräte mit Touchscreen optimiert wurde, dient der Fennec. Das ist ein Browser vom Firefox-Team und lässt sich etwas leichter mit den Fingern bedienen. Meiner Meinung nach, ist dieser Browser aber trotzdem nicht ideal, da man zum Beispiel bei langen Webseiten nicht direkt an einen Punkt springen kann, sondern Elends lange mit den Finger scrollen muss. Um an den Zurück/Vor Button zu gelangen muss man die Seite über den Rand hinaus nach links scrollen, damit Rechts die Leiste dafür erscheint. Das kann auf Dauer ziemlich nervig werden. Trotzdem handelt es sich hierbei um keinen schlechten Browser und viele werden mit ihm glücklich surfen können.

Digitaler Plattenspieler

Musikalisch hat die Pandora definitiv was drauf. Angeschlossen an einem kleinen Soundsystem mit Subwoofer, kann man der Pandora ein paar schön klingende und ausgeglichene Töne entlocken. So kann man diese ruhig mal auf eine Party bei Freunden mitnehmen und an das Soundsystem oder den Lautsprechern vor Ort anschließen, um so ein wenig DJ zu spielen.
Bei der Nutzung von Kopfhörern wird es aber leider etwas schwieriger. Hier fehlt definitiv der Bass , sodass vor allem alle Anhänger der elektronischen Tanzmusik, den kürzeren ziehen werden. Da aber anscheinend zur Zeit noch kein Equalizer funktioniert, sollte man noch keine voreiligen Schlüsse ziehen und hoffen, dass sich dieser Umstand ändert. Die Lautstärke über Kopfhörer ist sehr gut. Es mag sogar so sein, dass hier ein wenig zu viel Lautstärke produziert wird, sodass man auf seine Ohren achten sollte, wenn man immer weiter am Lautstärkeregler dreht.
Die integrierten Lautsprecher funktionieren einwandfrei. Auf maximaler Lautstärke gibt es keinerlei Plärren und der Sound klingt angenehm ausgeglichen.

Der Geek-Faktor

Da auf der Pandora ein vollwertiges Linux läuft, dürfen sich vor allem die freuen, die gerne mal mit Linux rum spielen. So ist man nicht nur auf das eine Betriebssystem beschränkt, sondern kann je nach Wunsch und Wissensstand jede beliebige Distribution die auf ARM-Plattformen lauffähig ist, zum laufen bekommen. Auch viele Anwendungen dürfen nach Lust und Laune installiert werden.
Die aktuelle Software läuft zur Zeit noch nicht 100% rund. Auch das User-Interface von Ångström, ist noch keines Falls optimal. Hier steckt noch viel zukünftige Arbeit drin. Doch genau das macht einen solchen Handheld auch aus. Er ist im Endeffekt nie fertig. Und das sollte jedem späteren Käufer/Besitzer bewusst sein. Man sollte sich über jeden Fortschritt freuen und nach bestem Gewissen den Entwicklern helfen und zur Seite stehen. Und wenn man es kann, dann freut sich die Community auch über jedes Stück Software, egal ob OpenSource, Kommerziell, etc.

Die Verarbeitung

Bildschirm-Schlitz Ein Perfektionist sollte man bei der Pandora nicht sein. Denn sie ist nicht perfekt. Aber sie ist wunderschön. Und es sind im Endeffekt auch nur Kleinigkeiten, die das Bild trüben. So steht hier mal etwas ein paar Millimeter ab und dort ist was nicht 100%ig gerade. Aber sie ist definitiv besser und schöner geworden, als zu Anfang an gedacht. Dazu muss man aber auch bedenken, dass das OpenPandora Team keine Profis in der Handheld-Entwicklung waren/sind. Und dafür haben sie ein super Produkt entwickelt und auch ausgeliefert.

Wir wünschen euch jetzt noch ein schönes Warten auf eure Pandora und freuen uns auf eurer Engagement in der Community.
Euer OpenHandhelds Team

Gallerie

Geschrieben von:
Veröffentlicht in:
Pandora | Test
© 2012 OpenHandhelds.de Login